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Buchwaldtscher_Hof 1621

1621-1634 Freihof
1634-1745 „Schmoeler Hof“
1745-1787 „Noerer Hof“
1745-1800 „Seedorfer Hof“
1800-1956 „Buchwaldtscher Hof“


Der Herzog Friedrich_III hatte Ägidius von_der_Lancken 1619 ein Grundstück in der Dänischen Straße gegenüber dem Kieler Schloss geschenkt und dort baute von der Lancken einen Freihof, der 1621 fertiggestellt wurde.

1621 Freihof in der Burgfreiheit Kiel, Dänische Straße.
Der Hof war das größte und stattlichste Adelshaus in Kiel. Er war sog. “Freihaus” wie auch der benachbarte Warleberger Hof und das Saldernsche Haus, die nicht der städtischen Gerichtsbarkeit und dem Steuerwesen unterlagen. Der Adelshof war in Kiel das einzige Gebäude, das einen Doppeltreppengiebel besaß.

1634-1745 „Schmoeler Hof“

1634 wurde der Freihof an Heinrich Rantzau zu Schmoel und Hohenfelde für 8000 Reichstaler verkauft. Als Zubehör des Hofes wurden im Vertrag drei Gärten und ein straßenwärts gelegenes Vorgebäude, der sogenannte Stall, angegeben. 1663 gehörte er Christoffer Graf Rantzau auf Schmoel und 1677 dessen Erben, die den Adelshof 1696 an Detlef Reventlou veräußerten.

1745-1787 „Noerer Hof“

1745 erwarb der Geheimrat Joachim von Brockdorf auf Noer 1745 den Hof, der fortan „Noerer Hof“* hieß. Der Nachfolger Kammerherr Christoph von Blome auf Hagen übertrug 1774 den Garten, den von der Lancken 1620 erworben hatte, auf den Warleberger Hof, der ihm seinerzeit auch gehörte, zurück.

1745-1800 „Seedorfer Hof“

1787 kaufte Kaspar von Buchwaldt auf Seedorf den Noerer Hof der als Besitz dieser Adelsfamilie in „Seedorfer“ und um 1800 in „Buchwaldtscher Hof“ umbenannt wurde.

1800-1956 „Buchwaldtscher Hof“

1814 wurde in diesem Adelshaus, das seinerzeit das Hauptquartier des schwedischen Kronprinzen Marschall Bernadotte war, der Kieler Frieden geschlossen

1829 verkaufte der Amtmann D. von Buchwaldt zu Bordesholm, den Grundbesitz an die Stadt Kiel.

1831-1944 Schulgebäude

1831 Nach der Umgestaltung der Innenräume war aus dem Adelshaus das Schulgebäude der 1831 gegründeten Hauptmädchenschule und der Elementarschule für Jungen und Mädchen in der Altstadt geworden. Im Schulhaus waren auch Lehrerwohnungen eingerichtet worden. Der am Kleinen Kiel liegende Garten wurde zum Schulhof.
Die Backsteinmauer am großen Garten wurde 1831 abgebrochen, und die Stadt parzellierte das Gartengelände in 6 Bauplätze, die sie verkaufte.

1843 fanden im Buchwaldtschen Hof in den Schulferien vier große Gemäldeausstellungen statt, durch die der Veranstalter, der im März 1843 gegründete Schleswig-Holsteinische Kunstverein, der noch kein eigenes Gebäude besaß, einem größeren Publikum bekannt wurde und einen nachhaltigen Erfolg verzeichnen konnte. 164 Gemälde und Zeichnungen wurden damals ausgestellt. Im Schulhaus waren auch Lehrerwohnungen eingerichtet worden. Der am Kleinen Kiel liegende Garten wurde zum Schulhof.

1862 Im mittleren Dachgeschoß der Schule wurden weitere Klassenräume eingebaut. An der Vorderseite entstand ein Mansardenbau mit sechs Fenstern. In den letzten Jahrzehnten vor seiner Zerstörung war die Seefahrtschule Kiel, eine städtische Berufsschule, in dem Gebäude untergebracht.

1944 wurde der Buchwaldtsche Hof im Krieg zerstört.

1956 wurde der Buchwaldtsche Hof abgerissen. Heute steht auf seinem Grundstück das Landeskirchenamt der ev.-luth. Landeskirche.