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Seeburg



Kiel, Düsternbrooker Weg 2 1783-1907

Baumeister: Johann_Adam_Richter

1767 erwarb J.A. Richter am nördlichen Ende des Schloßgartens das Menageriehaus, ehemaliger Wohnsitz von Bauinspektor Rudolph_Matthias_Dallin. Da das Haus für seine Familie zu klein geworden war, riß er das Haus 1782 ab und

1783 errichtete er an gleicher Stelle und nach eigenen Plänen einen zweigeschossigen Backsteinbau, das später die Seeburg hieß.
Als Vorlage für die "Seeburg" dienten die Baupläne für das Schweffelhaus.

1803 verkaufte Richter die "Seeburg" an den Oberpräsidenten von Kiel und Kurator der Universität Graf Christian_Detlev_Karl_zu_Rantzau auf Oppendorf (1772-1812).

Nach dessen Tod (Graf Christian_Detlev_Karl_zu_Rantzau) blieb das Gebäude bis 1907 im Besitz der Gräflich Rantzau-Oppendorfer Fideikommission."

1907 Verkauf an die Stadt Kiel und Abriss, da das Gebäude mit Hausschwamm befallen war.

Die Planung für einen Neubau als "Heim, Haus, und Kasino für Studierende" wurde 1907 dem Reformarchitekten Theodor Fischer übertragen.

Siehe "Studentenheim_Seeburg"




Zitat aus "Johann Adam Richter (1733-1813). Studien zu den Tätigkeiten eines Landbaumeisters" von Bernd_Mueller

"Nach der Bestallung Richters zum Landbaumeister und seiner endgültigen Übersiedlung von Bergedorf nach Kiel bezog er im Jahre 1767 das hinter dem Schloßgarten liegende Menageriehaus. Als dieses Gebäude für seine Familie zu klein geworden war, errichtete er 1783 nach eigenen Plänen einen zweigeschossigen Backsteinbau, der von der Bevölkerung auf Grund seiner Lage an der Förde und der kompakten Bauweise den Namen "Seeburg" erhielt.
Die Finanzierung dieses stattlichen Wohnhauses wurde sicherlich durch die Einnahmen Richters für seine Tätigkeiten am gerade fertiggestellten Kirchenbau in Probsteierhagen und als Architekt Caspar_von_Salderns in Schierensee ermöglicht.
Über die Baugeschichte und die Innenraumgestaltung lassen sich, da die dazu notwendigen Quellen fehlen, keine Aussagen treffen. Die äußere Erscheinung des Gebäudes folgt der Gestaltung anderer von Richter aufgeführter Profanbauten. Dabei gibt es mit dem hohem Sockelgeschoß, den gequaderten Lisenen, der nahezu identischen Ausbildung der Dachgauben und der Erhebung des Gebäudes über einem nahezu quadratischen Grundriß unverkennbare Parallelen zu den Gestaltungsprinzipien des "Schweffelhauses".
Zu Beginn des Jahres 1803 veräußerte der Baumeister die "Seeburg" an den Oberpräsidenten von Kiel und Kurator der Universität Christian Graf Rantzau.
Nach dessen Tod blieb das Gebäude bis zum Abriß 1907 im Besitz der Gräflich Rantzau-Oppendorfer Fideikommission."


Ländliche Herrenhäuser
Zitat aus „Das Altkieler Bürger- und Adelshaus" von Georg_Pauly.
Kiel, Handorff, (1924)


"Ein aus demselben Geiste geschaffenes und im Sonninschen Sinne durch gebildetes, völlig freistehendes Haus, das wegen seiner Lage im Garten kaum als Querhaus bezeichnet werden kann, war die sogenannte "Seeburg". Außerhalb der Stadt im "Amte Kiel" gelegen, wurde sie von dem Landbaumeister Richter 1783 als Eigenheim für sich selbst errichtet und gehörte bis 1902 den Grafen Rantzau auf Oppendorf, von denen sie die Stadt erwarb, um sie dann der Universität für den Neubau des Studentenheimes "Seeburg" 1907 zu überlassen.
Dem äußeren Umfange nach dem Schweffelhaus fast gleich, ähnelte ihm die Seeburg auch hinsichtlich der Raumanordnung und Form, nur lag der dreifenstrige Familienraum nicht nach der Straße, sondern, wegen der Aussicht, nach der Seeseite und wegen des Gartens, nicht im Oberschoß, sondern verbunden mit einer Terrasse, im Erdgeschoss. Um nun den Eingang zum Saal nicht durch eine vorgelegte Dielentreppe zu beeinträchtigen, verschob man die Treppe in einem seitlichen Nebenraum,von dem aus man die angrenzenden beiden Büro- und Zeichenstuben erreichte.
Dem adligen Brauche folgend, wurde die Wirtschaftsräume in den Keller verwiesen, der unter dem ganzen Hause ungewölbt war, mit der Ausnutzung des einfachen Winkeldaches ergaben sich 14 Wohnräume für diese stattliche Heim eines gesuchten Baumeisters."